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ADie Ortsplanung im Jahre 1997 hat ein Planungsziel von 2000 Einwohnern für das Jahr 2010 formuliert. Die theoretische Kapazität des ausgeschiedenen Baulandes lag ohne Berücksichtigung der Erhältlichkeit bei 2‘484 Einwohnern. Aktuell zählt Altnau plangemäss bald 2000 EinwohnerInnen und die Hälfte der damals als unüberbaut ausgeschiedenen Wohnzone ist beansprucht. Eigentlich läuft alles gemäss Plan und die aktuell durchschnittlich 1-2% Wachstum (ca. 30 Einwohner pro Jahr) sind für Infrastruktur, Gesellschaft, Gewerbe und Schulen wichtig.

Nun lässt sich jedoch ein eigenartiger Trend erkennen. Obwohl die Gemeindeverwaltung fast täglich entsprechende Anfragen verzeichnet, ist derzeitig kaum Bauland in Altnau auf dem Markt. Bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass rund 10 ha eingezonte Wohn- oder Mischzonen aktuell noch unüberbaut sind. Dies entspricht einem Potential von mindestens 350 Einwohnern oder bei gleichbleibendem Wachstum einer Reserve von 10 Jahren.

Der kantonale Richtplan KRP TG definiert Altnau als zentralen Ort im ländlichen Raum. In den Erläuterungen steht geschrieben (Ziffer 1.2): Für die Versorgung des ländlichen Raumes sind diese Orte notwendig. Sie verfügen über Einrichtungen von überkommunaler Bedeutung zur Deckung des täglichen Bedarfs, im Bildungs- und Gesundheitswesen sowie Arbeitsplätze und Gewerbebetriebe.

Der Entwicklungsspielraum für Wohnen und Arbeiten ist auf den Bedarf der ansässigen Bevölkerung und der mitversorgen Orte ausgerichtet.

Natürlich haben alle BaulandbesitzerInnen ganz persönliche Gründe weshalb ihr Bauland gegenwärtig nicht verkauft werden soll. Für Altnau als Ganzes ist dieser Umstand aber kritisch. Ohne ein minimales Wachstum können wichtige örtliche Strukturen mittelfristig nicht gehalten werden. Anfängliche Stagnation führt dann bald zu Rückgang! Wohin dies führen kann muss nicht weiter ausgeführt werden. Es gibt genügend Beispiele von Gemeinden die zeigen, was bei fehlendem Wachstum alles verloren gehen kann. Wenn es kippt - geht es plötzlich schnell!

Alle Grundeigentümer sind deshalb dringend aufgerufen, genau zu überlegen wie viel Baulandreserve wirklich angezeigt ist. Klar ist es angenehm, wenn man möglichst viel Grünfläche um sein Eigenheim hat. Es ist jedoch nicht im Sinne der Ortsplanung, wenn diese Fläche bestens erschlossen, eingezont und baureif wäre. Hier kollidieren öffentliche Inte-ressen nach haushälterischem Umgang mit dem Boden und geordneter Siedlungsentwick-lung mit Einzelinteressen nach gut „angelegtem“ Bauland sowie möglichst viel eigenem Freiraum. Dies widerspricht der angestrebten Siedlungsentwicklung nach innen und führt unweigerlich zu erhöhtem Druck auf umliegendes Kulturland. Betrachtet man den Zonenplan von Altnau genau, erkennt man, dass darin vor 15 Jahren mit Weitsicht auch Grün- und Frei-halteflächen geplant wurden. Es ist deshalb nicht zwingend, dass jeder selbst auch noch bedeutende Grünflächen in der Bauzone freihält!

Erschwerend für Altnau kommt dazu, dass sich die Hälfte der Baulandreserven auf wenige Grundeigentümer verteilt. Nun ist guter Rat teuer! Auf Grund der vorhandenen Reserven kann kaum neues Land eingezont werden. Der Gemeinderat zählt deshalb auf die Einsicht der GrundeigentümerInnen und ist gerne zu Gesprächen bereit.

Kontaktperson: Beat Pretali, Gemeindeammann